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Werkzeuge & Tipps

Firefox trennt jetzt Arbeit, Banking und Privat – in einem Fenster, ohne Add-on

Firefox 153 baut die Multi-Account Containers direkt in den Browser ein. Ich zeige dir, warum diese eine Funktion mein Arbeitsleben als Selbstständiger sortiert – und warum sie beim Website-Testen Gold wert ist. Inklusive der ehrlichen Grenze: Anonym macht sie dich nicht.

Ich habe zwei Google-Konten. Eins für mein Geschäft, eins privat. Dazu kommen Kundenlogins, das Banking, ein paar Social-Media-Zugänge und die Test-Accounts, mit denen ich meine eigenen Websites durchklicke. Jahrelang war mein Alltag ein ständiges Aus- und Einloggen – oder ein zweites Browserfenster im Inkognito-Modus, das nach dem Schließen alles vergisst.

Seit dieser Woche mache ich das anders, und der Grund ist eine Funktion, die es bei Firefox eigentlich schon lange gibt – nur eben als Erweiterung, die man kennen musste. Firefox 153 baut die „Multi-Account Containers" jetzt direkt ein. Kein Add-on mehr, kein Einrichtungsbildschirm. Sie ist noch als Vorschau markiert, aber standardmäßig dabei.

Was ein Container eigentlich ist

Stell dir vor, dein Browser hätte mehrere getrennte Schubladen. In jeder Schublade liegen eigene Cookies, eigene Anmeldesitzungen, eigener lokaler Speicher. Was in der einen passiert, sieht die andere nicht – obwohl alles im selben Fenster offen ist.

Genau das ist ein Container. Firefox hängt jedem Tab eine unsichtbare Kennung an und hält Cookies, Speicher und Cache pro Bereich strikt auseinander. Fünf Container bringt die neue Version fertig mit: Persönlich, Arbeit, Banking, Shopping und einen Punkt zum Verwalten eigener Container.

In der Praxis heißt das: Ich öffne mein Geschäfts-Google im „Arbeit"-Container, mein privates im „Persönlich"-Container – beide gleichzeitig, beide eingeloggt, kein Kontowechsel. Das Banking läuft in seiner eigenen Schublade, in die keine Shopping-Seite und kein Tracker hineinschauen kann.

So schaltest du es ein

Es ist unspektakulär einfach:

  • Rechtsklick auf einen beliebigen Tab → du bekommst die Container-Auswahl.
  • Oder lange auf den Plus-Knopf (neuer Tab) drücken → dasselbe Menü.
  • Jeder Container hat eine eigene Farbe und ein eigenes Symbol, damit du auf einen Blick siehst, in welcher Schublade du gerade bist.

Mehr ist es nicht. Genau deshalb finde ich diese Integration so stark: Eine der besten Datenschutz-Erweiterungen wird zu einer Funktion, die einfach da ist – auch für Leute, die nie ein Add-on installiert hätten.

Warum das gerade beim Web-Entwickeln so viel spart

Für meine Arbeit ist ein Detail unbezahlbar: Ich kann eine Website als eingeloggter Nutzer und als anonymer Besucher zur selben Zeit ansehen. Kundenseite links im „Arbeit"-Container mit Admin-Login, rechts im „Shopping"-Container so, wie ein fremder Besucher sie sieht. Kein zweiter Rechner, kein Inkognito-Fenster, das ständig zufällt.

Wer eigene Kundenkonten oder ein Login auf seiner Seite hat, kennt das Problem: Man will zwei Rollen gleichzeitig testen. Mit Containern sind das zwei Tabs nebeneinander. Ich baue meinen Kundinnen und Kunden Websites auf einem eigenen CMS mit genau so einem getrennten Admin-Bereich – und teste ihn seit dieser Woche ausschließlich so.

Die ehrliche Grenze – bitte nicht verwechseln

Und jetzt der Teil, den die Schlagzeilen gern weglassen: Ein Container macht dich nicht anonym. Er trennt Cookies und Website-Daten, mehr nicht. Deine IP-Adresse versteckt er nicht, gegen Fingerprinting (das Wiedererkennen deines Geräts an seinen technischen Merkmalen) hilft er nicht.

Container sind also ein Ordnungs- und Trennwerkzeug, kein Tarnkappen-Modus. Sie ersetzen weder den Tracking-Schutz von Firefox noch einen Inhaltsblocker noch ein VPN – sie ergänzen das Ganze um eine saubere Trennebene zwischen deinen Konten. Wer wirklich seine Herkunft verschleiern muss, braucht andere Mittel. Wer nur Arbeit, Banking und Privates auseinanderhalten will, hat hier das richtige Werkzeug.

Ein kleiner Hinweis noch: Die Erweiterung kann weiterhin etwas mehr als die eingebaute Vorschau – zum Beispiel Websites automatisch dem passenden Container zuordnen und die Zuordnung zwischen Geräten synchronisieren. Wenn du sie schon nutzt, lass sie vorerst installiert.

Mein Fazit

Ich mag Werkzeuge, die eine Sache tun und diese Sache gut. Container sind so eins. Sie haben meinen Kopf beim Arbeiten spürbar entlastet, weil ich nicht mehr überlege, „in welchem Konto bin ich gerade?". Und sie kosten nichts außer einem Rechtsklick.

Wenn du selbstständig bist oder nebenbei ein bisschen Web-Arbeit machst, probier es diese Woche einmal aus – ein Container fürs Geschäft, einer fürs Private, einer fürs Banking. Nach einem Tag willst du nicht mehr zurück.

Und wenn du eine Website willst, die von Anfang an sauber zwischen öffentlichem Auftritt und einem geschützten Verwaltungsbereich trennt – genau das baue ich. Schau auf bymw.de vorbei oder wirf einen Blick auf meine kostenlosen Web-Werkzeuge unter tools.bymw.de.

Quellen

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