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Gesundheit

Deine Gesundheitsdaten treffen die KI – drei Meldungen aus dieser Woche

ChatGPT liest seit Donnerstag Apple-Health-Daten, Samsung wollte Health-Daten fürs KI-Training, und eine EFF-Analyse zeigt: Nur ein einziger Hersteller verschlüsselt deine Wearable-Daten wirklich Ende-zu-Ende. Was das für dich heißt – und was du in zehn Minuten selbst prüfen kannst.

Diese Woche sind drei Meldungen zusammengekommen, die einzeln unspektakulär wirken – zusammen aber ziemlich genau beschreiben, wohin deine Gesundheitsdaten gerade unterwegs sind. Schritte, Schlaf, Puls, Medikamente, Laborwerte. Ich habe mir alle drei angeschaut, weil ich beruflich Apps baue und deshalb ständig entscheiden muss, wo Daten landen dürfen und wo nicht.

1. ChatGPT liest jetzt Gesundheitsdaten mit

Am 23. Juli 2026 hat OpenAI „Health in ChatGPT" in den USA freigeschaltet – für alle eingeloggten Nutzer ab 18, im Web und auf iOS, quer über alle Tarife bis hinunter zur Gratis-Version. Die Funktion kann Apple Health anzapfen, dazu Dienste wie MyFitnessPal und Function, und sie kann sogar echte Arzt- und Klinikakten einbinden, etwa aus den Systemen von Epic und Oracle Health.

Der Nutzen ist offensichtlich: Laborwerte vergleichen, Medikamente im Blick behalten, sehen, wie Schlaf und Training zusammenhängen. Genau das, wofür man sonst drei Apps und ein gutes Gedächtnis braucht.

OpenAI sagt zu, dass verbundene Akten und Apple-Health-Daten nicht fürs Modelltraining und nicht für Werbung genutzt werden. Das ist eine wichtige Zusage. Es bleibt aber eine Zusage – kein technisches Hindernis. Und in Deutschland ist die Funktion ohnehin noch nicht verfügbar, was uns immerhin Zeit zum Nachdenken gibt.

2. Samsung Health und das KI-Training

Ungefähr zeitgleich, Mitte Juli, bekamen Samsung-Health-Nutzer eine Zustimmungsabfrage: Dürfen die Gesundheitsdaten fürs Training neuer Coaching-Funktionen verwendet werden? Unglücklich war die Darstellung: Es sah so aus, als koste ein Nein die Cloud-Synchronisation und synchronisierte Daten gleich mit – Schlafaufzeichnungen, Medikamentenprotokolle, Diagnosen.

Samsung hat am 15. Juli klargestellt: Die Zustimmung ist freiwillig und widerrufbar, und beim Widerruf werden nur die Daten gelöscht, die eigens fürs KI-Training erhoben wurden. Die normale Synchronisation und die bestehenden Health-Daten bleiben.

Gut, dass das korrigiert wurde. Der Vorfall zeigt trotzdem etwas, das mir beim Bauen von Apps oft begegnet: Ein Dialog, der nach Erpressung aussieht, ist auch dann ein Problem, wenn er keine ist. Wer bei „Gesundheitsdaten" und „KI-Training" im selben Satz landet, muss die Formulierung schmerzhaft genau treffen.

3. Der unbequeme Befund: Verschlüsselung ist die Ausnahme

Am 15. Juli 2026 hat die Electronic Frontier Foundation zehn Wearable-Anbieter verglichen – Amazfit, Apple, Coros, Garmin, Google (mit Fitbit), Hume, Oura, Polar, Suunto und Whoop. Das Ergebnis ist ernüchternd:

  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für in der Cloud gespeicherte Gesundheitsdaten bietet nur Apple, und zwar für Daten in der Health-App, standardmäßig aktiv. Alle anderen verschlüsseln nur auf dem Transportweg und auf ihren Servern – das heißt: der Anbieter selbst kann mitlesen.
  • Transparenzberichte über Behördenanfragen veröffentlichen nur Apple und Google.
  • Über solche Anfragen benachrichtigen nur Apple, Google und Whoop; Oura hat seine Datenschutzerklärung im Juni 2026 in diese Richtung angepasst.

Das ist kein Skandal, sondern eine Zustandsbeschreibung. Aber sie räumt mit einer Annahme auf, die viele haben: dass „verschlüsselt" automatisch heißt „nur ich komme dran". Tut es meistens nicht.

Was du konkret tun kannst

Kein Grund, die Uhr wegzuwerfen. Aber ein paar Minuten Aufräumen lohnen sich:

  • Schau nach, was überhaupt synchronisiert wird. In Apple Health und Samsung Health siehst du pro App, welche Datenarten sie lesen und schreiben darf. Was du nicht brauchst, entziehst du.
  • Prüfe die Freigaben an Dritt-Apps. Die längste Liste ist fast immer die vergessene. Fitness-App von vor drei Jahren, die noch Puls und Standort bekommt? Weg damit.
  • Zustimmungen zu KI-Training sind widerrufbar – bei Samsung ausdrücklich. Wenn du damals schnell auf „Ok" getippt hast, kannst du das in den Kontoeinstellungen zurücknehmen.
  • Frag dich bei jeder Gesundheits-App: Muss das in die Cloud? Für Zyklus-, Symptom- oder Medikamenten-Tagebücher gibt es Apps, die alles lokal auf dem Gerät halten. Das ist die einzige Speicherform, die niemand herausgeben kann.
  • Für einmalige Rechnereien brauchst du gar kein Konto. Meine BMI-, Kalorien- und Körperfett-Rechner laufen komplett im Browser – die Zahlen verlassen dein Gerät nicht, weil es dafür schlicht keinen Server gibt.

Das Ganze ersetzt keine Rechts- oder Gesundheitsberatung. Wenn es um konkrete Diagnosen oder um Datenschutz in deinem Unternehmen geht, red mit jemandem, der dafür haftet.

Was ich als Entwickler daraus mitnehme

Bei jeder App, die ich baue, stelle ich mir früh eine simple Frage: Welche Daten brauche ich wirklich auf einem Server – und welche kann das Gerät selbst behalten? Die Antwort ist erstaunlich oft „gar keine". Ein Rechner rechnet lokal. Ein Tagebuch kann lokal liegen. Erst wenn Geräte sich abgleichen sollen, brauche ich überhaupt eine Cloud.

Jede Datenart, die ich gar nicht erst einsammle, muss ich später nicht schützen, nicht löschen, nicht herausgeben und nicht erklären. Das ist kein Verzicht, das ist der bequemere Weg – für beide Seiten.

Wenn du eine App oder eine Website planst, bei der Datensparsamkeit von Anfang an eingebaut ist statt hinterher drangeflickt: schreib mir. Ich sage dir ehrlich, was dein Projekt braucht – und was nicht.

Quellen

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#Gesundheitsdaten#Datenschutz#KI#Wearables#Apps

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