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Ratgeber

Ab September prüft Google die Ausweise: Was Android-Entwickler jetzt wirklich tun müssen – und was nicht

Am 30. September wird die Entwicklerverifizierung scharf geschaltet. Die Schlagzeilen klingen nach Weltuntergang, die Doku liest sich deutlich nüchterner. Ich sortiere, was dich als deutschen Entwickler dieses Jahr betrifft, was erst 2027 kommt – und welche eine Sache du trotzdem heute erledigen solltest.

Zwei Monate noch. Am 30. September 2026 schaltet Google die Android-Entwicklerverifizierung scharf, und wenn man die letzten Wochen die Überschriften verfolgt hat, könnte man den Eindruck bekommen, danach sei Android zu.

Ich habe mir stattdessen Googles eigene Doku vorgenommen – die zur Frist, die FAQ und die Seite zu den neuen Konto-Arten. Und die liest sich deutlich anders als die Aufregung drumherum. Nicht harmloser, aber sortierter. Genau das will ich dir hier weitergeben, weil ich es für meine eigenen Apps ohnehin durchgehen musste.

Was am 30. September tatsächlich passiert

Ab diesem Datum müssen Apps registriert sein, sonst lassen sie sich auf zertifizierten Android-Geräten nicht mehr installieren. So weit die Schlagzeile. Jetzt das Kleingedruckte, und das ist hier nicht der übliche Juristen-Kram, sondern entscheidet, ob dich das Datum überhaupt angeht:

  • Die Durchsetzung startet in vier Ländern: Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand. Nicht weltweit.
  • Sie gilt zunächst nur über teilnehmende App-Stores – Google Play, Galaxy Store, die App-Märkte von HONOR und OPPO, Palm Store, V-Appstore und GetApps.
  • Betroffen sind Handys und Tablets, und nur Android 7 und neuer.
  • Der weltweite Rollout ist für 2027 angekündigt.

Wenn du also in Deutschland sitzt und deine App hier vertreibst, ist der 30. September für dich kein Stichtag. Das schreibe ich so deutlich, weil ich in den letzten Wochen mehrfach das Gegenteil gelesen habe. Dein Stichtag ist 2027 – und der hat noch kein Datum.

Was du trotzdem heute machen solltest

Es gibt einen Punkt, der nichts kostet und den ich nicht aufschieben würde.

Google hat über 99 Prozent der Play-Apps automatisch registriert. Über 99 Prozent heißt eben auch: nicht alle. In der Play Console steht auf der Startseite, ob bei dir noch eine App offen ist. Das ist ein Blick, keine Aufgabe – und wenn dort etwas offen ist, willst du das jetzt wissen und nicht im Herbst 2027 unter Zeitdruck.

Der zweite Punkt betrifft dich, wenn du nicht als Privatperson, sondern als Firma verifizierst – GmbH, UG, eingetragener Verein. Dann braucht Google zusätzlich zum Ausweis deines Vertreters eine D-U-N-S-Nummer. Die ist kostenlos, aber die Vergabe dauert laut Google bis zu 28 Tage. Das ist der Grund, warum ich „2027 ist weit weg" hier nicht gelten lasse: Vier Wochen Wartezeit plus Googles eigene Bearbeitung sind schnell zwei Monate, und die will man nicht in dem Quartal haben, in dem man ohnehin liefern muss.

Für Einzelentwickler ist es einfacher: amtlicher Ausweis, 25 US-Dollar Registrierungsgebühr, fertig.

Der Teil, der mir tatsächlich gefällt

Es gibt eine Neuerung, die in der Aufregung fast untergegangen ist, und die finde ich richtig gut: das Limited Distribution Account.

Kostenlos, kein amtlicher Ausweis, keine Gebühr – dafür darfst du deine App auf höchstens 20 Geräte verteilen, und die Nutzer müssen das jeweils selbst freigeben (per QR-Code oder Link, mit Bestätigung auf dem Gerät). Gedacht ist das für Hobbyprojekte, für Schule und Uni, für „ich probiere was aus und zeige es meinen Leuten".

Das ist genau die Lücke, um die ich mir Sorgen gemacht hatte. Ich habe selbst so angefangen: eine App gebaut, die APK an drei Freunde geschickt, geguckt was passiert. Wenn dafür plötzlich ein Ausweis und eine Kreditkarte nötig gewesen wären, hätte das eine Menge Leute vom Anfangen abgehalten. Der Early Access ist inzwischen geschlossen; Google will im August 2026 mehr dazu sagen.

Und wenn du deine App gar nicht über einen Store verteilst?

Dann bist du in dieser ersten Phase nicht betroffen – die Durchsetzung läuft ausdrücklich über die teilnehmenden Stores. Installationen per ADB bleiben ohnehin frei, damit Entwickeln und Testen weiter funktioniert. Und Nutzer können unverifizierte Apps über einen bewusst umständlichen Weg installieren: einmalige Freischaltung mit 24 Stunden Wartezeit. Das ist kein Verbot, das ist eine Bremse – aber es ist eine, die viele Gelegenheitsnutzer nicht nehmen werden.

Ein Sonderfall noch: Enterprise-Apps auf verwalteten Geräten sind ausgenommen. Wenn du also eine interne App für einen Firmenkunden baust, die über dessen Geräteverwaltung ausgerollt wird, ändert sich für dich nichts.

Ich will hier ehrlich sein und nicht so tun, als fände ich alles daran gut. Dass Google entscheidet, wer auf meinem eigenen Telefon Software installieren darf, ist eine echte Verschiebung – von „das Gerät gehört dir" zu „das Gerät gehört dir, wenn du dich ausweist". Dass es dagegen Widerstand gibt, verstehe ich. Nur ändert das an deiner Aufgabenliste für die nächsten zwei Monate nichts, und darum geht es mir hier.

Und weil es um Ausweisdaten und Firmendaten geht: Das ist eine technische Einordnung, keine Rechtsberatung. Wenn du wissen willst, was das datenschutzrechtlich für deine Firma heißt, gehört das zu jemandem, der das verbindlich bewerten darf.

Meine Kurzfassung

Drei Sätze, mehr braucht es nicht:

  1. September betrifft dich nicht, wenn du in Deutschland vertreibst. 2027 schon.
  2. Play Console einmal öffnen und schauen, ob eine App unregistriert ist. Fünf Minuten.
  3. Firma? D-U-N-S-Nummer beantragen, bevor sie eilig wird. Bis zu 28 Tage Wartezeit sind kein Papierwert, sondern eine echte Wartezeit.

Bei meinen eigenen Sachen halte ich es genauso wie bei den kleinen Rechnern auf tools.bymw.de: lieber früh das Langweilige erledigen, damit später Luft für das Eigentliche bleibt. Fristen sind selten dramatisch – sie werden es nur, wenn man sie zusammen mit allem anderen erledigen muss.

Du hast eine App im Store und weißt nicht, ob bei dir alles registriert ist? Schreib mir kurz, ich schaue mit dir zusammen in die Console. Das ist wirklich eine Kaffeepause, keine Rechnung.

Quellen

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#Verifizierung#Android#Play Console#Frist#D-U-N-S

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